Winterflug mit der Drohne: So verhinderst du Akku-Ausfälle, Kondenswasser und Frostschäden

Tief stehendes Sonnenlicht, klare Luft und tiefer Schnee verwandeln gewöhnliche Landschaften in eine Traumwelt. Beim Betreiben einer Drohne bei kaltem Wetter treten jedoch Probleme auf, die in anderen Jahreszeiten nicht vorkommen. Dazu gehören eine kürzere Akkulaufzeit, ein beschlagenes Objektiv, das Eindringen von Wasser in die Motoren und sogar Erfrierungen an den Fingern.

 


Bei guter Vorbereitung und mit den richtigen Methoden lassen sich jedoch sicher die wintertypischen Landschaften aus der Luft aufnehmen. Dieser Artikel ist ein praktischer Leitfaden für den Winterflug. Das zentrale Ziel ist es, dass Drohne, Kamera und Pilot während des gesamten Flugs einwandfrei funktionieren.

 

Die Batterie verdient zuerst Aufmerksamkeit

Die Batterie ist die Grundlage für alle Funktionen der Drohne, und alle anderen Vorbereitungen setzen ihre einwandfreie Arbeit voraus.

 

Lithium-Akkus vertragen tiefe Temperatureen nicht. Wenn die Temperatur sinkt, erhöht sich der Innenwiderstand der Batterie, und die Ausgangsspannung unter Last sinkt entsprechend. Derselbe Akku, der im Oktober einen Flug von etwa dreißig Minuten ermöglicht, hat im Januar unter Umständen nur noch die halbe Laufzeit. Besonders gefährlich ist eine nur halb geladene Batterie bei tiefen Temperaturen, da sie näher am kritischen Punkt des plötzlichen Spannungseinbruchs liegt, wodurch die Drohne unerwartet notlanden kann.

 

Daher darf die Wärmedämmung nicht nur beim Wort bleiben. Ersatzakkus sollten in den Innentaschen der Jacke, in Isolierbeuteln oder in speziellen Akkuwärmern aufbewahrt werden, bis sie sich annähernd auf Raumtemperatur erwärmt haben, idealerweise über 20 Grad Celsius. Ein Akku sollte nicht nach einer Nacht im kalten Auto unmittelbar verwendet werden.

 

Vor der Abfahrt sollten die Akkus voll aufgeladen werden. Nach dem Flug sollte man nicht sofort laden, sondern die Batterien zunächst auf natürlichem Weg auf Raumtemperatur erwärmen lassen, denn das Laden bei tiefen Temperaturen schadet der Batterie.

 

Nach dem Einschalten der Drohne sollte man zunächst dreißig bis sechzig Sekunden schweben. Der kurze Betrieb unter Last wärmt die Batterie auf und hilft zugleich den verschiedenen Sensoren, in einen stabilen Zustand zu gelangen. Außerdem sollte mehr Rückkehrreserve eingeplant werden als üblich, und die Rückkehr sollte früher erfolgen als im Sommer.

 

Vor jedem Start sollte das äußere Erscheinungsbild der Batterie geprüft werden, um sicherzustellen, dass keine Beulen, Risse oder lockere Kontakte vorhanden sind. Tiefe Temperaturen verstärken die Folgen eines schlechten Kontakts und können während des Flugs leicht zu einem Spannungsausfall führen.

 

Die Kamera ist wie ein optisches Gerät zu behandeln

Die Aufnahmebedingungen im Winter unterscheiden sich deutlich vom Üblichen, und Licht und Feuchtigkeit stellen zusätzliche Herausforderungen dar.

 

Im Winter fällt das Sonnenlicht in flachem Winkel ein, und der Schnee reflektiert das Licht stark. Die automatische Belichtungssteuerung neigt dazu, das Bild grau zu gestalten, daher muss bei der Aufnahme von Schneelandschaften die Belichtung in der Regel leicht erhöht werden, damit der Schnee weiß und nicht grau bleibt. Der Weißabgleich sollte manuell eingestellt oder auf den bewölkten Modus bei etwa 6500 K festgelegt werden. Der automatische Weißabgleich passt die Parameter ständig an und kann Schattenbereiche ins Blaue verschieben.

 

Verglichen damit ist Kondenswasser das größte Problem der Kamera im Winter. Das Objektiv beschlägt leicht in warmer, feuchter Luft. Wenn die wärmere Drohne in eine kalte, feuchte Umgebung gelangt, kann sich Feuchtigkeit sogar im Inneren der optischen Bauteile niederschlagen. Man sollte daher dem Gehäuse Zeit geben, sich langsam der Außentemperatur anzunähern, bevor die Objektivabdeckung entfernt wird. Auch nach der Landung sollte man die Drohne nicht vorschnell aus dem Schnee nehmen und in warme Räume bringen. Die konkrete Vorgehensweise wird später ausführlich erklärt.

 

Zur Reinigung des Objektivs sollte ein geeignetes Objektivtuch verwendet werden, nicht ein staubbedeckter Handschuhärmel. Gleichzeitig sollte man prüfen, ob sich Eiskristalle auf der Frontlinse gebildet haben.

 

Man beachte außerdem, dass die Bildsensoren bei geringer Höhe über einer großen Fläche strukturlosen weißen Schnees Fehleinschätzungen vornehmen können. Man sollte daher eine ausreichende Höhe halten und vermeiden, längere Zeit in etwa zwei Metern Höhe über eine schneefläche ohne Referenzpunkte zu fliegen.

 

Feuchtigkeit ist die am leichtesten übersehene Fehlerquelle

Die meisten Consumer-Drohnen sind nicht wasserdicht. Schnee wirkt harmlos, schmilzt jedoch, sobald er in Motoren, Gimbal und die verschiedenen Anschlüsse gelangt, und verursacht dabei erhebliche Schäden.

 

Man sollte Flüge bei Schneefall, Eisregen oder dichtem Nebel möglichst vermeiden. Eine weitere, noch gefährlichere Situation ist das Vereisen der Propeller. Feuchte Luft, schnell rotierende Propeller und Temperaturen unter dem Gefrierpunkt wirken zusammen, sodass sich eine Eisschicht an der Propellervorderkante immer weiter ansammelt. Das führt zu geringerem Auftrieb und Vibrationen des Flugkörpers, und die Drohne kann innerhalb kurzer Zeit die Stabilität verlieren. Sobald Anzeichen von Vereisung auftreten, sollte sofort gelandet werden.

 

Auch der Start- und Landeplatz ist wichtig. Man sollte eine Landeplattform oder einen sauberen, festen Untergrund verwenden und Start sowie Landung auf schlammigem Boden vermeiden, da sonst Schnee leicht die Lufteinlässe und die Spalten um die Akkuverriegelung blockieren kann.

 

Salz ist schädlicher als sauberer Schnee. Ob Spritzer von Streusalz auf Straßen, salzhaltige Luft in Küstengebieten oder kleine Mengen matschiger Reste nach dem Schneeschippen, all dies ist korrosiv. Wenn das Gehäuse mit gesalzten Straßen in Berührung gekommen ist, sollte es mit einem leicht angefeuchteten weichen Tuch abgewischt und anschließend gründlich getrocknet werden, am besten mit destilliertem Wasser. Das Gehäuse sollte nicht eingeweicht werden, und elektronischen Bauteilen darf keine Schmiermittel willkürlich aufgesprüht werden.

 

Eine einfache Maßnahme besteht darin, in der Ausrüstungstasche stets einen Verschlussbeutel und einige Trockenmittelpäckchen bereitzuhalten, um die Verpackung auf dem Rückweg kostengünstig zu schützen.

 

Der Zustand des Piloten wirkt sich unmittelbar auf die Flugsicherheit aus

Kälte verringert direkt die Reaktions- und Urteilsfähigkeit des Piloten. Steife Finger, ein Handy, das wegen tiefer Temperaturen ausgeschaltet wird, und ein Bildschirm, der im grellen Schneelicht schwer ablesbar ist, sind allesamt reale Risiken des Winterflugs.

 

Die Kleidung sollte für langes, regungsloses Stehen ausgelegt sein, nicht für Wanderungen. Mehrschichtige Kleidung, eine winddichte Jacke, warme Stiefel und eine Mütze sind weit wichtiger als das äußere Erscheinungsbild. Besonders kritisch ist die Wahl der Handschuhe. Sie müssen einerseits warm genug sein, um den gesamten Aufnahmevorgang zu unterstützen, andererseits flexibel genug, um die Fernsteuerung nicht zu behindern. Empfohlen wird, dünne Innenhandschuhe unter der winddichten Jacke zu tragen oder spezielle Handschuhe zu wählen, die für Touchscreens und Gamecontroller konzipiert sind. Beide Optionen sind besser geeignet als dicke Skihandschuhe.

 

Auch Fernsteuerung und Handy sollten wie die Batterie warm gehalten werden, etwa in den Innentaschen der Jacke vor dem Start. Ein Handy kann bei tiefen Temperaturen automatisch ausgeschaltet werden, und die Kombination aus grellen Schnee und einem dunklen, kalten Bildschirm lässt einen leicht die Kontrolle über den Flugzustand verlieren, ohne es zu merken.

 

Die Wetterbedingungen müssen genauso ständig beachtet werden wie der Akkustand. Der Wind über einer Eisfläche kann sich völlig anders anfühlen als der Wind auf einem Parkplatz. Wenn die Finger bereits steif werden und die Bedienung ungeschickt verläuft, sollte der Flug beendet werden.

 

Nach dem Flug: Schnee, Wasserflecken und Verstauen

Dies ist der am leichtesten übersehene Schritt und zugleich der Hauptgrund, warum Drohnen im Winter nach und nach Schäden erleiden.

 

Der erste Schritt ist das Entfernen des Schnees im Freien. Man sollte die schneebedeckte Drohne nicht direkt in warme Räume bringen, da der Schnee sonst schmilzt und in die Motoren eindringt. Man verwendet eine weiche Bürste oder ein trockenes Tuch und prüft, ob an den Propellervorderkanten Kerben oder Resteis vorhanden sind. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass keine Schneereste an den Akkukontakten und am Gimbal verbleiben.

 

Der zweite Schritt ist das Verschließen in einem Beutel. Im Freien wird die Drohne, idealerweise zusammen mit dem Akku, in einen Verschlussbeutel oder einen geschlossenen Koffer gelegt, und erst das gut verschlossene Paket wird in den Innenraum gebracht. Die Versiegelung verhindert, dass feuchte Raumluft direkt mit dem kalten Metall und Glas in Kontakt kommt. Das Paket sollte verschlossen bleiben, bis sich die Drohne annähernd auf Raumtemperatur erwärmt hat, was in der Regel dreißig bis neunzig Minuten dauert.

 

Der dritte Schritt ist eine erneute Reinigung nach dem Aufwärmen. Nachdem die Drohne vollständig trocken und warm geworden ist, wird sie einmal mehr mit einem weichen Tuch abgewischt. Wenn das Modell es erlaubt, können die Abdeckungen der verschiedenen Anschlüsse geöffnet und das Innere kontrolliert werden. Vor dem Verstauen sollten alle Bauteile an der Luft trocknen. Bei längerer Lagerung werden die Propeller abgenommen und die Gimbal-Fixierklemme angebracht.

 

Zur Erklärung sei gesagt, dass das nachträgliche Aufsprühen sogenannter wasserdichter Beschichtungen bei gewöhnlichen Kameradrohnen meist keine praktische Wirkung hat. Wirklich wirksam sind drei Maßnahmen: Wasser am Eindringen in das Gehäuse von vornherein zu hindern, bereits eingedrungenes Wasser umgehend abzutrocknen sowie Dichtungen und Kontakte zu schützen.

 

Checkliste für den Winterflug

Vor dem Flug:

  • Die Akkus sind voll aufgeladen und vorgewärmt.
  • Die Wetterbedingungen eignen sich für den Flug.
  • Der Landeplatz ist festgelegt und gereinigt.
  • Der Pilot ist für langes regungsloses Stehen angemessen gekleidet.

 

Während des Flugs:

  • Die Steuerbewegungen bleiben sanft.
  • Mehr Rückkehrreserve wird eingeplant als üblich.
  • Man achtet auf Anzeichen von Vereisung und Spannungsabfall.
  • Man vermeidet langes Fliegen in geringer Höhe über schneeflächen ohne Referenzpunkte.

 

Nach dem Flug:

  • Schnee und Schmutz werden im Freien entfernt.
  • Die Drohne wird in einem verschlossenen Beutel in den Innenraum gebracht.
  • Das Aufwärmen erfolgt langsam, um Kondenswasser zu vermeiden.
  • Nach dem vollständigen Trocknen werden Propeller und Kontakte geprüft.

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