Ulefone Armor 28 Pro Test: Lohnt sich das Outdoor-Handy noch?
Der Armor 28 Pro kam im vergangenen Jahr auf den Markt und liegt innerhalb der Armor-Reihe im Mittelklassebereich. Er ist weder ein Flaggschiff noch ein Einstiegsmodell. Inzwischen sind mehr als ein Jahr vergangen und neuere Modelle sind nach und nach erschienen. Gesehen heute, ist dieses Telefon noch eine sinnvolle Wahl.
Praxiserfahrung
Das ist ein Produkt mit echtes Gewicht. Mit 450 Gramm und einer Dicke von 19,4 Millimetern macht es sich in der Hand sehr bemerkbar. Dafür bekommt man umfassenden Schutz, nämlich Staub- und Wasserschutz nach IP68 und IP69K, eine Zertifizierung nach MIL-STD-810H, Sturzfestigkeit bis zu zwei Metern und ein Display aus Corning Gorilla Glass Victus.
Besonders angenehm überraschen die Details. Der 3,5-Millimeter-Kopfhöreranschluss bleibt erhalten, NFC wird unterstützt, der microSD-Kartenschlitz ist vom SIM-Kartenschlitz getrennt, und es lassen sich Endoskop- oder Mikroskopzubehör anschließen. Für ein Outdoor- und Rugged-Handy sind das alles sehr praktische Eigenschaften.
Vorne sitzt ein 6,67 Zoll großes AMOLED-Display mit 120 Hertz Bildwiederholfrequenz und einer Spitzenhelligkeit von 2200 Nits, sodass Inhalte auch bei starkem Licht klar bleiben. Auf der Rückseite gibt es einen sekundären 1,04 Zoll Bildschirm, mit dem sich Zeit und Benachrichtigungen bequem prüfen lassen. Besonders hilfreich ist das, wenn das Telefon mit der Vorderseite nach oben liegt oder auf einer Werkbank umgedreht wird, denn dann kann man Informationen ablesen, ohne das Hauptdisplay einzuschalten.
Der MediaTek Dimensity 7300 wird mit 16 Gigabyte RAM und 512 Gigabyte Speicher kombiniert. Alltags-Apps und 5G laufen flüssig. Verglichen mit hochwertigeren Ulefone-Modellen mit Dimensity 9300 Plus bleibt die langfristige Softwareunterstützung jedoch die Schwachstelle.
Die Kamera ist der stärkste Punkt des Armor 28 Pro. Die Hauptkamera nutzt einen 1 Zoll großen Sony-IMX989-Sensor und liefert deutlich bessere Bilder als die meisten Rugged-Handys, bei Tageslicht besonders stark. Die 64-Megapixel-Infrarot-Nachtsichtkamera mit vier Infrarot-LEDs macht Nachtaufnahmen nicht nur zu einem Werbegag, sondern zu einer wirklich brauchbaren Funktion.
Der große 10600-Milliamperestunden-Akku kommt mit 120 Watt Schnellladen per Kabel und 50 Watt kabelloser Schnellladung. In dieser Preisklasse ist das eher selten. Bei gemischter Nutzung im Freien sind zwei bis drei Tage gut möglich.
Der aktuelle Marktpreis liegt bei etwa 445 bis 500 Euro und ist damit gegenüber dem Startpreis gesunken. Dadurch wirkt das Preis-Leistungs-Verhältnis noch stärker.
Für wen lohnt es sich noch
Wenn der Einsatz auf Baustellen, beim Wandern in der Natur, bei nächtlichen Arbeiten oder auf Reisen liegt, bei denen man das Display nicht vorsichtig behandeln kann, dann ist der Armor 28 Pro zum heutigen Preis nach wie vor sein Geld wert.
Wenn Sie dagegen Wärmebildfähigkeit, einen Projektor, einen noch größeren Akku oder ein Telefon suchen, das sich leicht einhändig bedienen lässt, passt dieses Modell nicht. Ebenso wenig, wenn Software-Updates und Herstellerunterstützung für Sie wichtiger sind. In dem Fall sollten Sie sich anders entscheiden. Ulefone ist zwar auf einem guten Weg, doch an dieser Stelle gibt es bessere Alternativen.

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