MiTAC Cappuccino im Test: Lohnt sich das robuste Industrie-Tablet noch?

Das MiTAC Cappuccino ist ein vollrobustes Windows-Tablet. In puncto Gehäuseschutz bewegt es sich nach wie vor auf einem guten Niveau. Es bietet eine IP65-Schutzart, eine Sturzzertifizierung nach Militärstandard, eine Touchscreen-Bedienung für Handschuhe und Regenmodus sowie Hot-Swap-Akkus und ein umfangreiches Ökosystem für die Fahrzeugmontage.

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Bei der Kernleistung ist das Gerät jedoch in der Vergangenheit stehengeblieben. Angetrieben wird es von einem Intel Pentium N4200E Prozessor aus dem Jahr 2016, auf dem eine ältere Version von Windows 10 IoT vorinstalliert ist. Gemessen am Preis von 1.400 bis 1.500 Euro ist die Standard-Displayhelligkeit von 300 bis 500 Nits kaum ausreichend für den Einsatz unter starkem Sonnenlicht.

 

Diese Ausstattung eignet sich lediglich für denkbar einfache Einzelaufgaben wie Lagerinventuren, das Ausfüllen grundlegender Formulare oder den Einsatz an Kiosksystemen. Sobald moderne Webbrowser ausgeführt werden müssen oder langfristige Sicherheitsupdates für das Betriebssystem gefragt sind, stößt das Tablet schnell an seine Grenzen. Die Akkulaufzeit von rund vier Stunden erfordert ein häufiges Wechseln der Akkus, und im Freien bei direkter Sonneneinstrahlung bleibt das Display schwer ablesbar.

 

Angesichts der heutigen Marktkonkurrenz wirkt die Positionierung des Cappuccino etwas aus der Zeit gefallen:

  • High-End-Windows-Geräte: Neue Tablets von Panasonic, Getac und Dell sind durchweg auf modernste Prozessorarchitekturen aufgerüstet. Sie bieten Displayhelligkeiten von über 1.000 Nits, zwei Hot-Swap-Akkus sowie ein noch höheres Schutzniveau. Die Anschaffungskosten sind zwar höher, dafür gewährleisten sie Systemupdates für viele Jahre.
  • Mittelklasse-Windows-Geräte:Tablets mit Intel N100 oder Prozessoren der 12. Generation bieten eine vielfach höhere Rechen- und Grafikleistung als der N4200E, gekoppelt mit längeren Akkulaufzeiten und schnelleren Netzwerkverbindungen.
  • Robuste Android-Geräte: Sollte der Betrieb nicht zwingend an Windows gebunden sein, stellen Android-Modelle wie das Samsung Galaxy Tab Active5 eine günstigere Alternative dar. Sie verbinden eine solide Widerstandsfähigkeit mit 5G-Unterstützung und helleren Displays.

 

Wann sich die Anschaffung noch lohnt

Ein Nachkauf ist nur dann sinnvoll, wenn Sie defekte Altgeräte ersetzen müssen und bereits über das passende Fahrzeugzubehör sowie Dockingstationen verfügen oder Ihre Unternehmenssoftware strikt an ein bestimmtes älteres Windows 10 IoT Image gebunden ist.

 

Wann Sie darauf verzichten sollten

Das Gerät sollte für keine Neuanschaffungen die erste Wahl sein. Der veraltete Prozessor, die kurze Akkulaufzeit und das vergleichsweise dunkle Display werden den Anforderungen moderner Arbeitsabläufe nicht mehr gerecht.

 

Das MiTAC Cappuccino war bei seiner Markteinführung ein solides Industrie-Tablet. Heutzutage eignet es sich jedoch eher als Ersatzteil für den Erhalt bestehender Altsysteme und nicht mehr als Neuanschaffung.

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