Ray-Ban Meta Smart Glasses (2. Gen) im Langzeittest: Lohnt sich der Kauf?

Die zweite Generation der Ray-Ban Smart Glasses von Meta trat mit einer klaren Mission an: Sie sollte das klassische Wayfarer-Design bewahren und gleichzeitig die größten Kritikpunkte des Vorgängers ausmerzen. Fast ein Jahr später stellt sich die Frage, ob sich die Brille im Alltag weiterhin behaupten kann.

 


Kurz gesagt: Die Antwort lautet Ja – jedenfalls für die richtige Zielgruppe.

 

Was sich tatsächlich geändert hat

Die zweite Generation behält die beliebte Form und die offenen Lautsprecher des ersten Modells bei. Die wirklich entscheidenden Verbesserungen betreffen die Alltagstauglichkeit und verzichten auf unnötige Spielereien. Die Akkulaufzeit steigt von etwa 4 auf rund 8 Stunden. Das Ladeetui liefert zusätzliche 48 Stunden Laufzeit.

 

Die 12-Megapixel-Kamera nutzt zwar denselben Sensor wie zuvor, zeichnet Videos nun jedoch mit bis zu 3K bei 30 fps auf. Dank einer besseren Bildstabilisierung wirken die Aufnahmen schärfer, was sie ideal für Social Media oder schnelle Schnappschüsse macht. Fotos entstehen weiterhin ausschließlich im Hochformat und erfordern etwas Übung bei der Motivwahl, denn das Ausrichten mit dem Gesicht unterscheidet sich deutlich vom Blicken auf ein Smartphone-Display.

 

Meta AI präsentiert sich ausgereifter. Sprachbefehle zum Erkennen von Objekten, für Echtzeit-Übersetzungen, Antworten auf Fragen zum Blickfeld oder zum freihändigen Versenden von Nachrichten funktionieren spürbar zuverlässiger. Dank des Verbunds aus fünf Mikrofonen bleibt die Sprachqualität bei Anrufen im Freien hervorragend.

 

Das Alltagserlebnis

Die Brille trägt sich weiterhin wie eine ganz normale Ray-Ban, was zugleich ihre größte Stärke ist. Man kann sie den ganzen Tag tragen, ohne wie ein wandelnder Prototyp zu wirken. Die Klangqualität der offenen Lautsprecher reicht für Podcasts und Telefonate völlig aus, zeigt jedoch Schwächen beim Bass und lässt bei hoher Lautstärke Töne nach außen dringen.

 

Sie eignet sich hervorragend für spontane Aufnahmen beim Stadtbummel, beim Wandern oder beim Treffen mit Freunden, ohne dass man ständig das Smartphone herausholen muss. Ein kurzes „Hey Meta“ reicht zur Aktivierung aus. Die kleine LED-Leuchte, die während der Aufnahme aufblinkt, dient dabei als dezent gehaltener, aber wirkungsvoller Hinweis für den Datenschutz.

 

Die Grenzen sind dieselben, mit denen Smart Glasses seit Jahren zu kämpfen haben. Es gibt kein Display, weshalb weder Navigationspfeile noch Texteingeblendungen möglich sind. Zudem erfordert das Anfertigen von Fotos und Videos etwas Eingewöhnung.

 

Lohnt sich der Kauf?

Wer bereits das Modell der ersten Generation besitzt und die Kamera nur gelegentlich nutzt, muss nicht zwingend umsteigen. Die längere Akkulaufzeit und die bessere Videoqualität sind zwar erfreulich, stellen für Gelegenheitsnutzer aber keinen Quantensprung dar.

 

Für Neueinsteiger oder alle, die auf der Suche nach den derzeit besten Smart Glasses ohne Display sind, bleibt die zweite Generation die erste Wahl. Zwar gibt es im Jahr 2026 günstigere Alternativen auf dem Markt, doch die Fassungen von Ray-Ban wirken nach wie vor hochwertiger und gesellschaftsfähiger.

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