Lenovo Mirage Camera im Jahr 2026: Lohnt sich die VR180-Kamera noch?
Es gab eine Zeit, in der die Lenovo Mirage Camera wie ein Blick in die Zukunft von VR wirkte. Die 2018 erschienene Kamera setzte auf das VR180-Format von Google und bot zwei 13-Megapixel-Fisheye-Sensoren für stereoskopische 3D-Fotos und 4K-Videos im 180-Grad-Winkel. Sie war kompakt, einfach zu bedienen und machte schlichtweg Spaß.
Spult man jedoch vor ins Jahr 2026, lautet die Frage nicht mehr, ob die Mirage Camera Spaß macht. Vielmehr stellt sich die Frage, ob der Kauf einer acht Jahre alten Kamera überhaupt noch Sinn ergibt, da heutige 360-Grad-Kameras ihr meilenweit überlegen sind.
Vorteile der Mirage Camera
Der größte Pluspunkt der Mirage ist zugleich ihre Daseinsberechtigung: VR180.
Anders als herkömmliche 360-Grad-Kameras konzentriert sie sich auf den Bereich direkt vor der Linse und zeichnet diesen stereoskopisch auf. Spielt man die Aufnahmen auf einem kompatiblen VR-Headset ab, erzeugt das ein deutlich tieferes Raumgefühl als gewöhnliche monoskopische 360-Grad-Videos. Um Erinnerungen mit der Familie, Urlaubsmomente oder immersive Videoclips mit Blick nach vorne festzuhalten, funktioniert dieses Konzept nach wie vor gut.
Zudem lässt sich die Kamera leicht transportieren und recht unkompliziert bedienen. Sie ist handlich, sofort einsatzbereit und unterstützt Vorschaubilder auf dem Smartphone sowie die Anbindung an YouTube und Google Fotos. Unter optimalen Bedingungen überzeugt die Bildqualität durchaus. Bei Bewegungen kommt es jedoch gelegentlich zu Tearing-Effekten, und auch HDR wird nicht unterstützt. Das fehlende Display macht die Motivsuche etwas umständlich, da man stets das Smartphone als Sucher benötigt.
Das schwerwiegendere Problem liegt allerdings im Ökosystem.
Lenovo hat die Unterstützung für die Mirage Camera offiziell eingestellt und plant keinerlei Software-Updates mehr.
Im Vergleich zu Kameras im Jahr 2026
Die Insta360 X6 bietet 8K-360°-Videos mit bis zu 50 fps, 120-MP-360°-Fotos, einen 1/1,1-Zoll-Sensor und ein 2,32-Zoll-OLED-Display. Unter Laborbedingungen schafft sie eine durchgehende Laufzeit von etwa 140 Minuten bei 8K mit 30 fps. Hinzu kommen 10-Bit-Videoaufnahmen und fortschrittliche KI-Funktionen.
Daneben steht die DJI Osmo 360. Sie unterstützt ebenfalls 8K/50fps bei 360°-Videos, 120-MP-Fotos, setzt auf einen quadratischen 1/1,1-Zoll-Sensor sowie das 10-Bit-/D-Log-M-Farbprofil und nimmt unter Laborbedingungen rund 100 Minuten lang in 8K/30fps auf. Zudem kann sie reguläre Single-Lens-Videos aufnehmen, was sie deutlich vielseitiger macht als die Mirage.
Die GoPro MAX2 hebt die Performance von Actionkameras auf ein neues Niveau: echtes 8K-360°-Video, wechselbare Linsen, 8K-10-Bit-Farben, eine Bitrate von bis zu 300 Mbps, Single-Lens-Aufnahmen in 4K60 sowie 4K100-Slow-Motion im 360-Grad-Modus.
Mit anderen Worten: Moderne Kameras bieten eine höhere Auflösung, weit bessere Bildstabilisierung, stärkere Displays, ausgereiftere Software und flexiblere Bearbeitungsmöglichkeiten. Der dedizierte stereoskopische VR180-Output bleibt heutzutage das einzige verbliebene Alleinstellungsmerkmal der Mirage.
Lohnt sich der Kauf heute noch?
Für die meisten Menschen lautet die Antwort: Nein.
Die Mirage Camera bleibt ein interessantes Sammlerstück der VR-Geschichte. Wer sich gezielt für stereoskopische VR180-Aufnahmen interessiert und günstig an ein gebrauchtes Exemplar kommt, für den mag der Kauf eine passable Option sein. Zu überhöhten Preisen für „Retro-Tech“ lohnt sich der Kauf jedoch nicht, erst recht nicht als Hauptkamera für den Alltag.
Im Jahr 2026 fährt man mit einer aktuellen 360-Grad-Kamera schlichtweg besser. Damit umgeht man auch das größte Problem der Mirage: die Abhängigkeit von einem veralteten und nicht mehr gepflegten Software-Ökosystem.

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