Der perfekte Sound im Garten: So finden Sie den passenden Outdoor-Lautsprecher

Lautsprecher, die in Innenräumen kraftvoll klingen, wirken im Freien oft schwach und wenig fokussiert. Der Grund dafür ist, dass die Außenluft einen Teil des Schalls absorbiert und keine Decken oder Wände vorhanden sind, die den Bass zu den Zuhörern zurückwerfen. Ein Lautsprecher, der drinnen überzeugt, eignet sich daher nicht automatisch für den Einsatz unter freiem Himmel. Zudem birgt die Außenumgebung Gefahren, die es in Innenräumen nicht gibt: feuchtes Gras, Spritzwasser vom Pool, plötzlich anspringende Rasensprenger sowie Stürze beim Weiterreichen unter Gästen. Beim Kauf eines Outdoor-Lautsprechers sollte man daher besonders auf folgende Punkte achten.

 


Die Leistung: Draußen braucht man mehr Reserven

Lautsprecher mit derselben Wattzahl besitzen draußen eine deutlich geringere Reichweite als in geschlossenen Räumen. Während Innenräume den Schall über Wände und Decken reflektieren, fehlen diese Reflexionsflächen im Freien völlig. Ein Lautsprecher, der auf der Küchenanrichte laut genug erscheint, wirkt auf dem Terrassentisch schnell verloren, wenn die Gäste rund sechs Meter (20 Fuß) entfernt auf dem Rasen sitzen. Nebengeräusche wie Straßenlärm, Unterhaltungen oder planschende Kinder am Pool verstärken diesen Effekt noch zusätzlich.

 

Für eine kleine Terrasse oder einen mittelgroßen Garten reichen in der Regel etwa 80 Watt aus. Modelle mit über 150 Watt können bereits einen kompletten Hinterhof oder ein kleines Nachbarschaftsfest beschallen. Sind viele Gäste weit über ein großes Grundstück verteilt, ist man mit 180 bis 200 Watt auf der sicheren Seite. So verhindert man, dass der Ton nur in unmittelbarer Nähe der Box laut ist und am Rand kaum noch verstanden wird.

 

Generell empfiehlt es sich, Lautsprecher mit reichlich Leistungsreserven zu bevorzugen. Wird ein Gerät dauerhaft nahe der maximalen Lautstärke betrieben, leert sich der Akku wesentlich schneller als unter den typischen Testbedingungen der Hersteller. Zudem liefern Lautsprecher mit genügend Reserven auch bei mittlerer Lautstärke ein deutlich klareres Klangbild.

 

Die Schutzklasse: Staubschutz ist genauso wichtig wie Wasserschutz

Die IP-Schutzklasse besteht aus zwei Ziffern, die jeweils unterschiedliche Schutzarten angeben. Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Staub und Festkörper, die zweite für den Schutz gegen Wasser. Bei Lautsprechern, die häufig auf Rasen, Erde oder Sand stehen, ist der Staubschutz oft wichtiger als gedacht.

 

Eine Schutzklasse wie IPX7 garantiert lediglich Wasserdichtigkeit, beinhaltet aber keinerlei Prüfung auf Staubschutz. Selbst wenn ein Gerät kurzes Untertauchen übersteht, bedeutet das nicht, dass es gegen das Eindringen von Partikeln geschützt ist. IP67 oder IP68 decken hingegen sowohl Staub- als auch Wasserschutz ab und eignen sich daher viel besser für den Außeneinsatz. Wer den Lautsprecher auf Rasen, Sand oder nahe am Pool aufstellen möchte, sollte zu Geräten mit IP67 oder IP68 greifen.

 

Kopplung mehrerer Lautsprecher: Für eine größere Abdeckung

Ein einzelner Lautsprecher hat eine begrenzte Reichweite, sodass der Ton mit steigender Entfernung immer schwächer wird. Viele Marken bieten daher die Möglichkeit, mehrere Lautsprecher desselben Herstellers kabellos miteinander zu verbinden. Dadurch verteilt sich der Schall gleichmäßiger, anstatt dass ein einziges Gerät die gesamte Last tragen muss.

 

Solche Multi-Speaker-Systeme funktionieren meist nur innerhalb des herstellereigenen Ökosystems. Lautsprecher von JBL und Bose lassen sich beispielsweise nicht miteinander koppeln, selbst wenn beide Modelle für sich genommen hervorragend klingen. Wer eine spätere Erweiterung plant, sollte sich daher direkt von Beginn an auf eine Marke festlegen.

 

Die Erweiterungsfähigkeit unterscheidet sich je nach System stark. Manche Hersteller erlauben lediglich das Koppeln von zwei Lautsprechern für eine einfache Stereotrennung, während andere mit Netzwerken aus über hundert Lautsprechern werben. Letzteres richtet sich allerdings eher an Event-Veranstalter als an private Gartenpartys. Man sollte diese Funktion daher nur dann in die Kaufentscheidung einbeziehen, wenn man tatsächlich die Anschaffung weiterer Geräte plant.

 

Akkulaufzeit: Verlassen Sie sich nicht nur auf die Herstellerangaben

Gartenpartys dauern oft länger als geplant, und niemand möchte, dass der Lautsprecher mitten in der Feier den Geist aufgibt. Die von den Herstellern angegebenen Akkulaufzeiten beziehen sich jedoch meist auf mittlere Lautstärken ohne Aktivierung von Bass-Booster oder LED-Lichteffekten. Im praktischen Einsatz leeren diese Zusatzfunktionen den Akku deutlich schneller.

 

Die offizielle Laufzeit sollte daher eher als Richtwert für ruhige Nachmittagsstunden verstanden werden und nicht als Garantie für einen ganztägigen Einsatz bei hoher Lautstärke. Dauert das Fest länger als sechs oder sieben Stunden, empfiehlt es sich, Unterbrechungen zum Aufladen einzuplanen oder ein Modell mit wechselbarem Akku samt geladener Ersatzbatterie zu wählen.

 

Fazit

Achten Sie beim Kauf eines Outdoor-Lautsprechers zuerst auf die passende Wattzahl für Ihre Grundstücksgröße und stellen Sie sicher, dass die Schutzklasse sowohl Staub- als auch Wasserschutz umfasst. Für weitläufige Flächen bieten sich erweiterbare Systeme desselben Herstellers an. Verlassen Sie sich beim Akku nicht blind auf die Laufzeitangaben und planen Sie stattdessen Lademöglichkeiten oder Ersatzakkus ein. Mit diesen Kriterien vermeiden Sie Enttäuschungen durch zu leise Musik oder Beschädigungen am Gerät, wenn Sie Lautsprecher draußen einsetzen.

 

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